Südfeldmarker Hochseeangelclub 77 e.V.
  Forellenteichangeln
 

Das erfolgreiche Fischen am Forellenteich ist das Ergebnis aus einer Komposition verschiedenster Zutaten die nicht jeden Tag gleich sind.

Es brauch die richtige Ausrüstung, die richtige Technik, den richtigen Köder, Geduld und ein wenig Glück.

Hier mal eine kleine Übersicht meiner “Zutaten“.

Viel Spaß beim stöbern,

Euer Franky

 

Meine Ruten

 
Bei der Forellenfischerei greife ich gerne auf feines Gerät zurück.
Je nachdem wie viele Ruten am Gewässer erlaubt sind, nehme ich eine Auswahl verschiedenster Ruten mit.
Eine Grundrute, eine Spinrute und eine Posenrute sorgen dafür, dass ich immer einen Köder im Wasser habe, selbst wenn ich gerade an einer anderen Rute meine Montage ändern möchte oder anderweitig Beschäftigt bin.
Die Neuanschaffung einer Forellenrute ist nicht immer ganz leicht.
Die große Auswahl an Forellenruten der verschiedenen Hersteller macht einem die Entscheidung nicht einfach.

Es stellt sich auch die Grundsatz-Frage, Steck- oder Teleskop-Rute?
Hier sollte jeder für sich selbst das Richtige finden denn beide Bauweisen haben ihre Vor- und Nachteile was Transportfreundlichkeit, Aktion und Haltbarkeit angeht.
Die Erfahrung zeigt einem aber, dass im Laufe der Zeit, jeder für sich seine Favoriten findet.
Diese sind meist Abhängig von Materialien, der bevorzugten Angeltechnik, dem Hersteller oder ganz einfach vom Anschaffungspreis. 
In meiner Angeltasche findet man beide Arten von Ruten wobei ich die Steckruten bevorzuge.


Die Grundrute für den Forellenteich


Diese Rute ist eher die passive Rute, da ich ihr weniger Aufmerksamkeit schenken muss als einer Posen- bzw. Spinrute.
Ich setze sie meist gleichzeitig ein während ich mit einer anderen Rute schleppe oder eine Posenmontage nicht aus den Augen verlieren möchte.
Mit einem Bissanzeiger ausgerüstet, kann ich mich dann ganz auf die andere Rute konzentrieren und verpasse dennoch keinen Biss und kann sofort reagieren.
Dazu sollte man sich immer in der Nähe der ausgelegten Grundrute befinden.
Gerade die Großforellen mit entsprechendem Alter und Erfahrung, die am Gewässergrund stehen und sich nur ungern ins Ober- und Mittelwasser zur Nahrungsaufnahme begeben, werden häufig mit der Grundrute gefangen.
Unter Berücksichtigung von dem ausgebrachten Gewicht der Grundmontage, der zu überbrückenden Distanz an der ich meine Montage platzieren möchte und der max. Größe der zu erwartenden Fische, eignen sich für mich eigentlich alle Ruten als Grundrute.
Um aber auf der sicheren Seite zu sein, greife ich da gerne auf ein stärkeres Model zurück.


Die Spinrute für den Forellenteich


Weil ich mit dieser Rute die überwiegende Zeit (aktiv) fische, verfügt meine Spinrute über ein geringes Eigengewicht.
Jedes überflüssige Gramm in meinen Händen erschwert mir auf Dauer das Spinnfischen und lässt die Gelenke schneller ermüden.
Das hat zur Folge, dass man meist unkonzentriert angelt und einem so, der ein oder andere zaghafte Biss, unbemerkt verloren geht.
Daher sollte man vor der Anschaffung seines “Objektes der Begierde“, die Rute mit montierter Rolle mal in der Hand austarieren.

  • Stimmt die Gewichtsverteilung und liegt sie ausgewogen in der Hand?
  • Kann ich damit ggf. über Stunden hinweg aktiv fischen “ohne das mir die Arme abfallen“?

Es muss aber nicht extra eine spezielle Spinrute angeschafft werden wenn sich ggf. schon eine Matchrute im Besitz befindet.
Sie eignet sich auch wunderbar zum Spinfischen, da man auch bei ihr, aufgrund der Bauweise, jede Köderattacke registrieren kann.
Die Länge und das Wurfgewicht meiner Spinrute, mache ich abhängig von den Beschaffenheiten des Angelplatzes (Größe des Gewässers, Bewuchs, Mitanglerdichte) so wie das Gewicht meiner bevorzugten Montage.
Wenn der Platz es zulässt, ist meine Lieblingsrute eine 3,60m lange Spin-Rute mit einem Wurfgewicht bis 23 gr.

Des Weiteren gibt es seit einiger Zeit das Tremarella-Fischen.
Mit Tremarella bezeichnet man eine spezielle Technik der Köderführung unter zu Hilfenahme besonderer, Geräusche erzeugender Hilfsmittel wie Glaskörper, Federketten etc.
Um die dazu benötigte Technik optimal umsetzen zu können, bedarf es einer besonderen Tremarella-Rute.
Gerade im Nahbereich ist diese Technik sehr Erfolgsversprechend und wird in Zukunft bestimmt immer mehr Anhänger finden.


Meine Posenrute für den Forellenteich

Diese Rute kann ich alternativ zur Grund- oder Spinrute einsetzen wenn die Forellen an der Oberfläche oder im Mittelwasser stehen und ruhende Köder bevorzugen.
Bei der Auswahl der richtigen Posenrute trifft das Gleiche zu wie bei der Spinrute.
Da ich die Posenrute aber hauptsächlich passiv fische und sie deshalb nicht ständig in den Händen halte, spielt das Eigengewicht bzw. die Ausgewogenheit der Rute für mich eher eine nebensächliche Rolle.
Mit der richtigen Pose (Pfauenfeder, Schleppose, schwimmender Sbirolino)  und einer feinen Rutenspitze, habe ich aber auch hier die Möglichkeit, zwischendurch mal ein wenig zu schleppen/spinnen ohne die Montage wieder zu ändern.
Daher wird von mir auch eine Spinrute als Posenrute genutzt.

Bevor ich meine Ruten für den Ausflug an den Forellenteich zusammenstelle, informiere ich mich über den individuellen Besatz des Zielgewässers.
Da in vielen Forellenteichanlagen auch andere Fischarten als Besatz vorzufinden sind, sollte man (je nach Köderwahl) auch mal mit einem Beifang der “größeren Sorte“ rechnen und dementsprechend Ausgerüstet sein.

D.h. unter anderem auch eine gut funktionierende Bremse, ausreichende Reserven in Rute-Rolle-Schnur und viel Geduld & Feingefühl beim Drill.
Dann lässt sich so ziemlich alles, sicher Landen.


Meine Angelrollen für den Forellenteich

Somit ist für mich das Wichtigste, für einen erfolgreichen Drill am Forellenteich, eigentlich immer eine gute Stationärrolle, bzw. deren Bremse.
Ich achte darauf, dass die Bremse fein regulierbar ist und ruckfrei Schnur abgeben kann.
Es gibt Rollen-Modelle an denen man die Bremse an der Front einstellt (Frontbremse) und welche mit der Einstellungsmöglichkeit an der Hinterseite (Heckbremse).
Für welche man sich letztendlich entscheidet, liegt in erster Linie wieder an den Vorlieben des Anglers.
Ich benutze beide Modelle.

Die Einstellung der Bremse ist der Garant für einen erfolgreichen Drill.
Eine zu fest eingestellte Bremse kann schnell dazu führen das der Fisch ausschlitzt oder die Schnur reißt.
Im schlimmsten Fall kann auch ein Schaden an der Rute entstehen.
Jeder, dem aus einen dieser Gründe schon mal ein kapitaler Fang durch die Lappen gegangen ist, weiß wovon ich spreche und wird danach die Bremse eher ein wenig freier Einstellen denn ein nachträgliches Einbremsen der Flucht ist immer noch Möglich.

Das Schnurlaufröllchen sollte kugelgelagert sein um ein ordentliches Aufrollen der Schnur auf die Spule zu gewährleisten. Nichts ist ärgerlicher als eine Perückenbildung auf der Spule.
Die Größe der Rolle wirkt sich natürlich auf das Gesamtgewicht/Gewichtsverteilung der Ruten/Rolle-Kombination, so wie das Schnurfassungsvermögen aus.
Aus diesem Grund nutze ich beim spinnen eher die kleinen 1000er Rollen. Ansonsten lege ich auf die Rollengröße keinen besonderen Wert.
Je nach Angelmethode (Spin, Pose oder Grund) sollte man seine Wahl treffen.
Ob es sich dabei dann unbedingt um die Rolle mit den ’zig Kugellagern handelt, sollte jeder für sich selber entscheiden. Ein Qualitätsmerkmal muss es nicht unbedingt sein.
 
 

Die richtige Angelschnur für den Forellenteich

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer monofilen und einer geflochtenen Schnur.
Hier gibt es gravierende Unterschiede in Art, Aufbau und Tragkraft.
Eine gute Angelschnur muss in erster Linie genug Tragkraft aufweisen.
Das heißt, man muss die Dicke bzw. die Tragkraft der Schnur der zu erwartenden Fische anpassen.
Eigentlich hat sich bei mir, von je her beim Forellenangeln, die monofile Schnur bewährt.
Hat sie doch alle Eigenschaften die für erfolgreiches Fischen notwendig sind:
Knotenfestigkeit, Langlebigkeit, (Un)Sichtbarkeit im Wasser.
Eine monofile Schnur ist im Wasser fast unsichtbar.
Viele Angler sind der Meinung: Je unsichtbarer desto besser.

Was ebenso wichtig ist, ist die Weichheit der Angelschnur.
Nur wenn sie ausreichend weich ist, gelingen einem mit der richtigen Rolle, butterweiche Würfe und es kommt zu keinen Verwicklungen.
Die meisten monofilen Schnüre bestehen aus Polyamid.
Ein besonders widerstandsfähiges und somit langlebiges Material, das lange Zeit die Angelschnurszene beherrschte.

Warum also sollte ich dann noch eine geflochtene Schnur benutzen?
Nun, die geflochtene Schnur bietet einige Vorteile gegenüber der monofilen Schnur.

Geflochtene Schnüre sind meistens aus neuzeitlichen Fasern hergestellt die ’zig mal stärker sind als Stahl.
Dadurch erreicht man mit einem wesentlich geringeren Schnurdurchmesser eine höhere Tragkraft.
Das wiederum erlaubt einem weitere Würfe und macht die geflochtene Schnur gerade für das Spinfischen interessant.
Gegenüber der dehnbaren monofilen Schnur weißt die geflochtene Schnur keine Dehnbarkeit auf.
Das macht sie zur “direkteren“ Schnur der Beiden und ermöglicht einem somit auch einen besseren Anhieb auf größere Distanz.
Trotzdem ist sie dabei noch weicher als eine monofile Schnur.

Aber die geflochtene Schnur hat auch ihre Nachteile.
Sie ist nicht besonders Abriebfest und dementsprechend nicht so langlebig wie die monofile Schnur.
Für die Angler die Wert auf eine unsichtbare Schnur legen, kommt sie auch nicht in Frage.
Zum Schluss kommt auch der Anschaffungspreis hinzu der um einiges höher ist gegenüber einer monofilen Schnur.

Welche Schnur ist nun die Richtige für das Angeln am Forellenteich?

Das muss nun jeder Angler anhand seiner Ansprüche für sich selber herausfinden.
Ich vertraue beim spinnen der Geflochtenen in Zusammenhang mit einem monofilen Vorfach.
Beim Grundangeln ist es eine Schnur mit hoher Tragkraft (egal ob monofil oder geflochten), da hier auch mal ein größerer Wels, Aal oder sogar Stör gesteigertes Interesse an meinem Köder haben könnte.
Die Posenrute von mir am Forellenteich ist im Grunde eine Spinrute und hat dementsprechend meist auch eine Geflochtene mit monofilen Vorfach.


Angelhaken und Vorfächer


Ob man nun seine Vorfächer selber knotet oder auf fertige Vorfächer aus dem Handel zurückgreift, bleibt jedem selbst überlassen.
Ich mach je nach Bedarf beides.
Einen Nachteil der fertigen Vorfächer sehe ich darin, dass immer die Hakengröße im Verhältnis zur Schnurstärke angeboten wird.
Wer also mal einen besonders kleinen Haken auf einem stärkeren Vorfach oder umgekehrt benötigt, wird über das Selberknoten nicht hinweg kommen.
Auch extra lange Vorfächer, die ich gerne zum Sbirolinoangeln nutze, müssen meist selbst geknotet werden.
Die Länge des Vorfaches ist variabel und richtet sich natürlich nach der Angelmethode.
Beim Sbirolinoangeln nutze ich gerne ein 2meter langes Vorfach.
Beim Schleppen mit der Pose, sowie beim stationären Posenangeln, reicht mir auch ein kürzeres Vorfach (0,5 -1,5m).
Nach dem Gebrauch wickel ich die Vorfächer zur Aufbewahrung auf ein kleines Wickelbrett oder eine Rolle um sie beim Transport nicht zu beschädigen.

Bei den Angelhaken gibt es verschiedene Ausführungen.
Sie unterscheiden sich in Form und Größe und sollten den Gegebenheiten und dem zu präsentierenden Köder angepasst sein.
So gibt es extra Wurmhaken mit Widerhaken am Schenkel oder Haken speziell für den Forellenteig-Köder mit kleiner Spirale um den Teig, bei mehrmaligem Auswerfen, länger am Haken zu belassen.

Eins sollten sie aber alle gemeinsam haben:
Sie müssen immer scharf sein.

 


Wirbel für den Forellenteich

Auch hier sollte man bei der Anschaffung nicht sparen.
Bei guten Wirbeln steht immer eine Tragkraftangabe auf der Verpackung.
Diese sollte passend zu der von mir ausgesuchten Schnur und den zu erwartenden Fischen (Gewicht) ausgewählt werden.
Ein scheinbares Schnäppchen kann einem da schon mal den großen Fang verderben.

Bei der Auswahl der Wirbel, greife ich gerne zu den Mehrfach- oder Dreifach, hochleistungs Wirbeln, die gerade beim Spinfischen mit rotierenden Köder, ein Schnurverdrallen verhindern.
Dazu sollte auch der Verschluss von der “sicheren Sorte“ sein und nicht dem einer Sicherheitsnadel ähneln um einem Aufbiegen unter Belastung entgegen zu wirken.
Allen Lehrbüchern zum Trotz, findet sich in jeder meiner Montagen ein Wirbel.

 


Angelmethoden und Angelmontagen für den Forellenteich

Wann ich welche Methode oder Montage am Gewässer nutze, hängt von vielen Faktoren ab:

  • Weiß ich, wo sich die Forellen hier gerne aufhalten oder muss ich das Gewässer erst absuchen?
  • Jagen die Forellen und sind aktiv oder stehen sie eher träge im Wasser herum?
  • Welcher Köder (Art, Form, Farbe, Beschaffenheit) könnte heute der Richtige sein?
  • Wo befinden sich Kanten am Boden an denen die “Großen“ gerne entlang schwimmen?

Wenn ich zum ersten Mal an ein Gewässer komme, sehe ich es mir gründlich an.
Ich bevorzuge bei sonnigem Wetter eher eine Stelle an der sich im Tagesverlauf Schatten bildet oder schon vorhanden ist. Stege, überhängende Äste oder eine hohe Baumreihe im Rücken können da eine Rolle spielen denn dort halten sich die Forellen dann gerne auf.
Ist es seit längeren schon sehr warm, könnte der Sprudler/Lüfter oder ein Wasserzulauf eine geeignete Anwurfstelle sein.
Forellen bevorzugen sauerstoffhaltiges Wasser.
Evtl. hat man auch das Glück und bekommt Auskunft von den “Einheimischen Anglern“ wo zu letzt die Forellen standen und welcher Köder sich als Erfolg versprechend zeigte.
Einfach mal Nachfragen.
Dementsprechend bringe ich meine Köder aus und entscheide mich für eine Angelmethode.

Grundsätzlich beginne ich aber immer mit einer Grundrute da sich unabhängig der Begebenheiten immer ein paar “dicke Brocken“ im Gewässer befinden sollten.
Diese fängt man zwar eher selten aber wenn dann meist mit der Grundmontage.
Eine Kante am Boden ist schnell gefunden und dort platziere ich meinen Köder.

Es gibt Tage da fängt man nur beim aktiven fischen auf geschleppte Köder und dann eben auch die Tage an denen der ruhig angebotene Köder Top ist.
Dies gilt es schnellstmöglich heraus zu finden um mit der zweiten Rute zu schleppen oder eben eine Posenmontage auszubringen.

Werden die Forellen dann eingesetzt kann man davon ausgehen das sie, als Schwarm, die erste Zeit meistens nur so tief abtauchen, wie ihr Zucht- oder Haltebecken war.
Habe ich diesen Schwarm gefunden, tue ich gut daran einen Biss sehr vorsichtig zu drillen.
Kommt durch übermäßiges, hartes Drillen Unruhe in den Schwarm, so wird dieser schnell Misstrauisch und der angebotene Köder wird nicht mehr so unbedacht genommen.
Ansonsten heißt es suchen und experimentieren.

Sollte jemand am Wasser häufiger einen Fisch fangen, bin ich mir nicht zu schade ihn mal nach seiner Montage und/oder seinen Köder zu fragen.
Die meisten Angler sind da sehr hilfsbereit.

 

 

Schleppangeln am Forellenteich

Das Schleppen mit der Pose

Die Forelle nimmt ihre Beute nicht nur mit den Augen und ihrem Geruchssinn war, sondern auch mit ihrem Seitenlinienorgen.
Deshalb ist das Schleppen, mit einem sich bewegenden Köder, eine aussichtsreiche Angelmethode.
Hierfür nehme ich gerne den so genannten Forellenteig.
Ein Knetmasse ähnlichen Teig der im Handel, in vielen verschiedenen Farb- und Geruchskombinationen angeboten wird.
Für das Schleppen wird dieser Teig am Haken in eine spezielle Form gebracht, damit er gezogen und beim absinken, besonders rotiert und somit für die Forelle einen besonderen Reiz auslöst.
Dieser Forellenteig kann aber auch als ruhender Köder angeboten werden da er mit Lockstoffen versehen ist den die Forelle auch auf weitere Distanz wahrnimmt.
Auch für die Grundmontage wird der Teig gerne genommen weil er als auftreibend im Handel erworben werden kann.

Gegenüber der Grund- oder Posenmontage habe ich beim Schleppangeln auch noch den Vorteil, dass ich das Gewässer nach Fische absuchen kann und ich mich nicht auf mein Glück verlassen muss, das eine Forelle zufällig an meinem stationär angebotenen Köder vorbei schwimmt.
Für das Schleppen mit der Pose nehme ich gerne sehr schlanke Posen-Modelle.
Diese haben den Vorteil, dass sie leicht durchs Wasser gleiten und die Forelle so nicht vom Köder abgelenkt wird.
Mit 2 – 3 Gummiringen an der Hauptschnur befestigt, kann ich so auch noch die Tiefe bestimmen in der ich meinen Köder führen will.
Diese Posen sind meist zweifarbig (rot/gelb) unterteilt damit man, je nach Lichtverhältnisse, das besser sichtbare Ende als Bissanzeiger bei Schlepppausen nutzen kann
Die Größe (Tragkraft) der Pose ist hauptsächlich davon abhängig, wie weit ich werfen  muss, bzw. wie tief ich schleppen möchte um die Stellen zu erreichen an denen ich den Fisch vermute.
Um die Pose vernünftig Auszubleien, verwende ich gerne Durchlaufbleie.
Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um Bleie mit einem Loch in der Mitte. Gegenüber den Klemm- oder Spaltbleien vermeide ich dadurch eine evtl. Beschädigung der Schnur welche dann schnell zum Abriss führen kann.
Auf dem Vorfach setze ich, je nach Köderwahl, vorsichtig ein kleines Spaltblei um entweder das Vertüdeln beim Auswerfen zu verringern oder um die Auftriebshöhe bei der Grundmontage zu regulieren.
Weil sich das Durchlaufblei frei auf der Hauptschnur bewegen kann, muss ich den Wirbelknoten davor schützen.
Das erreiche ich mit dem Vorschalten einer Gummiperle.
Welche Wirbel ich benutze, habe ich ja schon unter “Wirbel für den Forellenteich“ geschrieben.
Meine bevorzugten Vorfachlängen findet Ihr unter  “Angelhaken und Vorfächer“

Wie gehe ich nun das Schleppen an?

Nach dem Auswerfen, kurz vor dem Auftreffen auf dem Wasser, bremse ich die Montage durch einen Griff in die Schnur leicht ab.
Dadurch überschlägt und streckt sie sich in der Luft und ein verwickeln des Köders mit der Pose wird somit fast immer verhindert.
Nun halte ich die Rutenspitze in einem Winkel zwischen 45 und 90 Grad zum Ufer sowie zwischen der 9Uhr- und 11Uhr-Stellung zum Boden und beginne damit den Köder einzuholen.
Das mache ich mit unterschiedlichem Tempo und mit Schlepppausen in denen dann oft ein Angriff auf den Köder erfolgt, weil nun der Köder leicht rotierend, langsam Absinkt.
Erkenne ich dann einen Biss, führe ich die Rutespitze sofort in Richtung der Pose und öffne dabei den Schnurfangbügel.
Dadurch spürt die Forelle nicht den geringsten Widerstand wenn sie den Köder dann nimmt.
Das passiert nicht immer nach dem ersten Kontakt mit dem Köder sondern kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen.
Wenn dann die Pose zügig abtaucht und der Fisch Schnur nimmt, schließe ich den Schnurfangbügel und nehme vorsichtig Kontakt zum Fisch auf.
Ist dieser hergestellt, setze ich den Anhieb.


Das Schleppen mit dem Sbirolino

Der Sbirolino ersetzt eine Pose und ist i.d.R. freilaufend auf der Hauptschnur.
Um den Wirbelknoten zu schützen brauch man auch hier eine Gummiperle.
Ein Ausbleien entfällt.
Er dient dem Angler in erster Linie als Wurfgewicht um größere Distanzen zu überbrücken aber auch um jede Wassertiefe im Teich absuchen zu können da sie schwimmend, schnell-sinkend und langsam-sinkend angeboten werden
Die schwimmenden Sbirolinos nutze ich weniger zum Schleppen, als zum Posenangeln an der Oberfläche.
Dafür setze ich noch eine kleine Pilotkugel (Schwimmkörper) auf das Vorfach als Bissanzeiger und zur Regulierung der Tiefe in der ich meinen Köder anbieten will.
Das eignet sich hervorragend für die Tage, an denen die Forellen knapp unter der Wasseroberfläche jagen, sie aber eher in der Teichmitte anzutreffen sind.
Die andern beiden Typen unterscheiden sich, wie der Name schon sagt, in ihrer Sinkgeschwindigkeit.
Mit den langsam-sinkenden Sbirolinos schleppe ich die oberen und mittleren Wasserschichten im Teich ab.
Mit einem schnell sinkenden Sbirolino erreiche ich die tieferen Gefilde.
Diesen kann ich auch als Durchlaufgewicht für eine Grundmontage benutzen.

 

Das Posen-Angeln am Forellenteich

Beim Angeln mit der Pose biete ich meinen Köder ruhend, stationär an.
Das mache ich meist wenn die Forellen recht träge sind und sich nicht für meinen geschleppten Köder interessieren.
Interessant ist das Posenangeln auch wenn man einen beißfreudigen Schwarm Forellen gefunden hat (z.Bsp. kurz nach dem Einsetzen).
Ich halte es für extrem wichtig, das die Pose immer exakt Ausgebleit ist.
Ja, ich tendiere sogar dazu, beim Forellenfischen, die Pose soweit mit Blei zu beschweren, das sie sehr tief steht, schon fast von alleine untergeht.
Gerade an den Tagen an denen die Bisse sehr vorsichtig sind, brachte mir das Vorteile gegenüber den Anglern mit “normal ausgebleiten Posen“.
Die Montage beim Posenangeln kann wie die beim Schleppangeln mit der Pose aussehen.
Erreiche ich damit nicht mehr die gewünschte Tiefe, montiere ich eine Laufpose und reguliere die Tiefe in der ich meinen Köder anbieten will mit Stopperperlen/Knoten auf der Hauptschnur.
Oberflächennahes Posenangeln habe ich schon bei “Schleppen mit Sbirolino“ beschrieben.
Als Pose kann auch eine Wasserkugel dienen die ähnlich dem Sbirolino eher als Wurfgewicht dient, allerdings schlechtere Flugeigenschaften mit sich bringt.


 

Grundangeln am Forellenteich

Das Grundangeln gehört für mich an den Forellenteich, wie das Bier in die Gaststätte.
Wie schon erwähnt werden so meist die kapitalen Fische gefangen.
Wer sich die Mühe macht und zu Anfang den Gewässerboden nach Kanten absucht oder die Grundmontage direkt vor einen Wasserzulauf platziert, der hat gute Chancen auf einen Fang.
Einmal mit ausreichend Gewicht ausgelegt und mit einem Bissanzeiger versehen, kann ich mich in Ruhe um meine zweite Rute kümmern denn weder Wind noch Strömung spielt dann noch bei der Grundmontage eine Rolle.
Da die meisten Forellenteiche einen weichen, schlammigen Untergrund haben, verzichte ich auf  ein Loch- oder Birnenblei.
Diese sinken meist in den Boden ein und können so den ungestörten Durchlauf der Schnur behindern.
Da greife ich lieber gleich zu einem sinkenden Sbirolino.
Der liegt, dank seiner Bauart, auf dem Boden auf und versinkt nicht darin.
Die Montage sieht genau so aus wie bei einer Schleppmontage mit Sbiro.
Dazu nehme ich gerne ein langes Vorfach das je nach Gewässertiefe auch mal 2m lang sein kann.
Mit einem vorsichtig angeklemmten Spaltblei auf dem Vorfach kann ich die Höhe, durch Verschieben des Bleis, regulieren in der ich meinen Köder (auftreibend) anbieten will.
Dabei sollte man natürlich darauf achten das der Auftrieb des Köders (entstehend durch einen Auftriebskörper am Haken oder schwimmenden Forellenteig) nicht so groß ist, dass er das Spaltblei mit hoch zieht und so meine eingestellte Höhe nicht eingehalten wird.
Um beim Auswerfen keine Probleme zu bekommen (langes Vorfach, höheres Gewicht)
sollte dir Rute über eine ausreichende Länge und Reserven verfügen.

Eine weitere Möglichkeit für das Grundangeln bietet das so genannte Tiroler-Hölzl oder ein Bodentaster.
Beide ähneln sich in ihrer Bauart. Einfach erklärt handelt es sich dabei um ein, mit Luft gefülltes, verschlossenes Röhrchen an dessen Unterseite sich Blei befindet und an der Oberseite eine Öse durch die die Schnur läuft.
So sinken sie bis auf den Boden ab und stellen sich auf, was ein ungehindertes Durchlaufen der Schnur gewährleisten soll.
Wer durch Bebleiung dafür sorgt das sein Köder nur ganz langsam auftreibt, kann mit so einem Hilfsmittel auch das Gewässer von unten nach oben absuchen indem man, jedes Mal nach dem Auswerfen, die Montage ein wenig einholt und die Schnur wieder frei gibt.

 

  

Forellenköder am Forellenteich

An den meisten Teichanlagen sind Kunstköder wie Wobbler, Fliege, Spinner etc. verboten.
Darum hier einmal die Köder die ich normalerweise mit an den Forellenteich nehme:

Naturköder

Fleischmaden

Der Universalköder.
Die kleine Fleischmade gehört für mich in jede Köderkiste.
Ist sie doch der Garant dafür, dass immer ordentlich Bewegung am stationär angebotenen Köder ist.
Wenn man nicht vor hat seinen ganzen Vorrat an einem Tag zu verbrauchen, sollte beim Kauf darauf achten, dass es sich um frische Maden handelt.
Vom Geschmackstest möchte ich an dieser Stelle abraten :) da man es ganz einfach sehen kann.
Befindet sich ein kleiner dunkler Punkt IN der Made, so hat sich schon der Magensack gebildet und die Made ist evtl. nur noch 1-2 Tage brauchbar.
Frische Maden sind “makellos“ und bei ca. 0 Grad länger lagerbar.
Was immer mal für einen Versuch gut ist, ist die Maden mit einem Aroma/Lockstoff zu pimpen oder ihnen eine andere Farbe (vorzugsweise Rot) zu verpassen.
Eine Auswahl an passenden Produkten dafür gibt es im Handel genug.
Muss nicht zum Erfolg führen aber kann.

Bienenmaden

Das was wir als Bienenmaden bezeichnen hat mit einer Biene nichts zu tun denn es handelt sich dabei um die Larven der Wachsmotte.
Neben den Fleischmaden gehört für mich die Bienenmade mit in die Köderkiste.
Alleine als ruhender Köder angeboten verbreitet sie wahrscheinlich einen besonderen Geruch durch das austretende Sekret, ist aber ansonsten eher langweilig weil nicht besonders aktiv.
In Zusammenarbeit mit unseren Fleischmaden kommt aber wieder Bewegung in die Sache und macht den Köder insgesamt interessanter.
Die Bienenmade eignet sich aber auch zum schleppen.
Wenn man sie wie ein “L” auf einen langschenkligen Haken aufzieht, entwickeln sie beim einholen ein Bewegungsbild welches die Forelle auch zum Biss verleitet.
Um diese “L-Form“ zu bekommen, ziehe ich eine Made in ganzer Länge auf den Hakenschenkel und die zweite Made zur Hälfte auf den Hakenbogen.
Wenn ich nicht alle Bienenmaden am Tag verbrauche, kann ich sie bei 10 bis 15 Grad Länger lagern.
Dabei wechsel ich auch gerne mal das Streu in der Madendose.

 

Heuschrecken

Kleine Heuschrecken (erhältlich in Zooläden) als Köder am Haken können im Sommer die Geheimwaffe am Forellenteich sein wenn die Forellen ihre Nahrung an der Wasseroberfläche suchen.
Dazu nutze ich eine feine Posenmontage und biete die Heuschrecke stationär an.
Mit ein wenig Schnurfett oder einen kleinen Auftriebskörper verhindere ich das Absinken des Vorfachs.

 

Lachseier / Rogen

Was die Heuschrecke im Sommer, kann das Lachsei im Winter sein.
Der Top-Köder.
Sie können einzeln oder auch in Kombination mit den Fleischmaden, stationär angeboten werden.

 

Würmer

Der Klassiker unter den Naturködern.
Wenn nichts am Wasser geht, sollte man es auch mal mit einem Wurm als Köder probieren.
Ich biete dann gerne mal einen Rotwurm im Ganzen, oder als “Schaschlik“ in Verbindung mit ein paar Fleischmaden an.
Auch andere Wurmarten können zum Erfolg führen, wobei man aber immer die Größe des Köders im Auge behalten sollte.
Nicht benutze Würmer können bei einer Temperatur von ca. 5 bis 8 Grad einige Zeit gelagert werden.

 

Kunstköder

Wie anfangs schon erwähnt, sind an den meisten Teichanlagen ein Großteil der Kunstköder nicht erlaubt.
Deswegen habe ich am Forellenteich auch immer nur ein paar Twister in der Köderkiste
da sie in den meisten Fällen noch erlaubt sind.

 Twister

Der Twister ist ein weicher, gummiartiger Kunstköder der mit einem sichelförmigen Schwanz ausgestattet, einen kleinen Beutefisch imitiert.
Er wird wie eine Bienenmade der Länge nach auf den Haken gezogen so das die Hakenspitze am Ende des Twisters heraus guckt.
In ’zig verschiedenen Farbkombinationen und Größen gibt es den Twister im Handel zu kaufen.
Der Twister kann nur als geschleppter Köder angeboten werden da er als ruhender Köder seine Wirkung auf die Forelle verliert.

 

 

Forellenteig

Wenn man heute an den Forellenteich geht, sieht man ihn in allen Farben und Formen bei den Mitanglern und man wäre schön Blöd ihn nicht bei sich zu haben.
Der Teig ähnelt in seiner Konsistenz der Spielknete.
Er ist in ’zig verschiedenen Farben, Farbkombinationen, Aromen, mit oder ohne Glitter,
schwimmend oder sinkend im Handel zu erwerben.
Der Forellenteig ist für mich z.Zt. die erste Wahl bei den Forellenködern.
Egal ob auftreibend an meiner Grundmontage, stationär angeboten an der Pose oder richtig in Form gebracht als Köder beim schleppen.
Auch in Kombination mit einem Naturköder kann der Teig sehr fängig sein.
Welche Farbe, wann die Fängigste ist, da gehen die Meinungen noch auseinander.
Sicherlich ist es abhängig von den vorherrschenden Begebenheiten wie Wetter und Wasserqualität.
Hier rate ich aber jeden sich ein paar Gläser in unterschiedlichen Farben zuzulegen und probieren, probieren und nochmals probieren.
Im Zweifelsfall mal darauf achten, mit welcher Farbe der erfolgreiche Angler neben Euch unterwegs ist wenn es bei Euch mal nicht so klappt.
Ich gehöre zu denen die immer ein ganzes Arsenal an Teigfarben mit sich führen und habe bisher immer den Richtigen zur Hand gehabt wenn mal eine bestimmte Farbe am Teich der Top-Köder war.

Um mit dem Teig zu schleppen muss er in die richtige Form gebracht werden. Das erreicht man entweder mit Hilfe einer Plastikvorlage in der der Teig in Form gepresst wird oder man formt ihn mit seinen Fingern.
Darin liegt aber auch der Nachteil des Forellenteigs.
Einmal nass geworden durch feuchte Finger oder weil er schon im Wasser war aber nicht vernünftig lief beim schleppen, fängt er an sich aufzulösen um seine Lockstoffe abzugeben und zu schmieren.
Das kann schnell zu einer größeren Sauerei ausarten. Angler die bei strömenden Regen schon mal versucht haben, mit den Fingern, einen Teig in Form zu bringen, wissen was ich meine.